Nach dem Start in der vergangenen Woche ging es jetzt vor allem dem Alten an den Kragen: Wände, Böden und die bisherige Treppe mussten weichen, damit an ihrer Stelle Neues entstehen kann.
Erst einmal Platz schaffen
Zu den größten Abrissarbeiten gehören frühere Zweibettzimmer im Obergeschoss, in denen künftig Waschräume und ein neuer Treppenaufgang entstehen. Auch die bisherige Treppe ins Obergeschoss wird verlegt und verbreitert.
Im Erdgeschoss mussten die bisherigen Waschräume und Toiletten weichen. Hier entstehen künftig unter anderem die neue Treppe ins Obergeschoss, ein Trockenraum und ein Batterieraum.
Auch der bisherige Schuh- und Trockenraum wird eine neue Funktion bekommen: Dort entstehen Personalzimmer und ein Aufenthaltsraum für das Hüttenteam.
Die alte Terrasse war bereits in der ersten Bauwoche Geschichte. Nun laufen die Vorbereitungen für die neue Terrasse und den geplanten Anbau am Gästeraum.
Doppelte Wände – aber leider kein Gold
Am Montag wartete beim Abriss eine kleine Überraschung: Hinter einer Wand kamen weitere, bisher verborgene Wände zum Vorschein. Geheime Goldverstecke wurden allerdings ebenso wenig gefunden wie Bergkobolde.
Dafür gab es reichlich Material zu bewegen. Wenn Paul mit dem Abbruch beginnt, fliegen schon einmal die Steine – und Jens sorgt dafür, dass sie anschließend Schubkarre für Schubkarre wieder aus dem Gebäude verschwinden.
Auch der Fußboden musste komplett heraus. Der bisherige „Schubkarrenparkplatz“ wurde zugunsten des neuen Treppenaufgangs zunächst aufgelöst.
Für die Dusche nach getaner Arbeit gab es eine besondere Herausforderung: Der Weg führte über Schalungsbretter, die kurzerhand zum gelben „roten Teppich“ über den Schutt wurde.
Die Erkenntnis des Tages:
„Wenn beim Duschen die braune Brühe aufhört, an einem herunterzulaufen, dann ist man sauber.“
Beton kommt per Hubschrauber
Am Dienstag und Mittwoch gingen die Arbeiten an den Fundamenten weiter. Für den geplanten Anbau am Gästeraum wurden Gräben ausgehoben. Dabei zeigte sich einmal mehr, worauf die Hanauer Hütte steht: auf Fels.
Auch der musste den neuen Fundamenten weichen – zum Glück gibt es Presslufthämmer.
Parallel wurden die Fundamente für den Anbau und die Stützen der neuen Terrasse vorbereitet. Für den großen „Flugtag“ am Donnerstag wurden außerdem Armierungen, Leerrohre für die Elektrokabel und der Blitzableiter verlegt.
Natürlich wurden alle bereits ausgebauten Teile sortiert und geordnet. Schließlich soll aus dem geordneten Gewusel auf der Baustelle kein ungeordnetes werden.
Donnerstag: 60 Flüge und mehr als 17 Kubikmeter Beton
Dann wurde es spektakulär.
Pünktlich um 8:03 Uhr kam der Hubschrauber über den Berg geflogen. Wenige Minuten später erreichte bereits die erste Betonladung die Baustelle.
Unten im Tal wurde der Parkplatz in Boden kurzerhand zum Flugplatz. Leere Betonkübel wurden ausgehängt, volle wieder eingehängt. Mit Anflug, Aus- und Einhängen und Abflug brauchten Pilot und Bodenteam für einen Umlauf weniger als eine Minute.
Insgesamt absolvierte der Hubschrauber am Donnerstag rund 60 Flüge und brachte dabei mehr als 17 Kubikmeter Beton auf die Hütte.
Da war perfekte Zusammenarbeit gefragt – und die funktionierte.
Viele Hände, ein gemeinsames Ziel
Auf der Baustelle arbeiten Bauhandwerker, Elektriker und die Helferinnen und Helfer der Sektion Hand in Hand. Während die einen abreißen, betonieren und installieren, sorgen die anderen dafür, dass Material bewegt, Schutt beseitigt und die Baustelle immer wieder aufgeräumt wird.
Natürlich sind auch die Hüttenpächter Werner und Manuel mittendrin: Sie sorgen für den Seilbahnbetrieb und dafür, dass niemand auf der Baustelle hungrig oder durstig bleibt.
Dabei entsteht trotz der intensiven Arbeit ein erstaunlich geordnetes Gewusel – mit guter Stimmung und sichtbarem Zusammenhalt.
Hüttenreferent Stefan Schairer zeigt sich beeindruckt:
„Ich bin beeindruckt von der hohen Motivation aller auf der Baustelle und der perfekten Zusammenarbeit.“
Das zahlt sich aus: Das Projekt liegt derzeit sogar etwas vor dem Zeitplan.
Besonders wichtig ist dabei auch der Blick fürs Detail. Werner freut sich beispielsweise darüber, dass die Baustelle am Abend sauber hinterlassen wird. Denn auch wenn tagsüber kräftig abgerissen und umgebaut wird – am Ende des Arbeitstages soll die Hütte wieder ordentlich aussehen.
Ein Blick zurück – und nach vorn
Am Donnerstagnachmittag steigen Elektriker, Bauleute und die Helferinnen und Helfer der Sektion wieder ins Tal ab. Hinter ihnen liegen arbeitsreiche Tage, viel Schutt, zahlreiche Schubkarrenladungen, Presslufthammer, Beton und rund 85 Hubschrauberflüge am Dienstag und Donnerstag der Woche.
Vor allem aber liegen sichtbare Fortschritte hinter ihnen.
So fällt beim letzten Blick von der Hütte ins Tal auch der Blick in die Berge wieder etwas leichter.
Die zweite Woche ist geschafft. Weiter geht's – in der nächsten Woche auf der Baustelle der Hanauer Hütte.