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Hanauer Hütte im Umbau: "Die Küche nicht mehr verlassen" - 10 Fragen an Werner

17.10.2026

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Hüttenumbau. Lesen Sie hier mehr.

Fünf Wochen Baustelle auf 1.922 Metern: Während Handwerker und ehrenamtliche Helfer die Hanauer Hütte für die Zukunft fit machen, halten Hüttenpächter Werner und sein Sohn Manuel den Betrieb am Laufen. Zwischen Verpflegung für bis zu 20 Personen, Seilbahnbetrieb und jeder Menge Baulärm erleben sie den Umbau aus einer ganz besonderen Perspektive. 

 

Im Interview erzählt Werner, was die Arbeit auf einer alpinen Baustelle so anspruchsvoll macht, welche Veränderungen den Hüttenalltag erleichtern werden und was sie sich für die Zukunft der Hanauer Hütte wünschen.

 

Zehn Fragen an Werner

1. Fünf Wochen Baustelle liegen hinter dir. Was war für dich persönlich bisher der eindrucksvollste Moment?

Dass es am 14. September tatsächlich losging und wir durch den Umbau ein neues Arbeitssystem bekommen.

2. Was ist das Besondere daran, eine Hütte auf 1.922 Metern umzubauen – und welche Herausforderungen bekommt ein Gast normalerweise gar nicht mit?

Der Gast kann sich den Aufwand meist nicht vorstellen. Alles muss sauber durchdacht sein. Wenn etwas vergessen wird, das auf der Hütte gebraucht wird, ist das ein Problem. Man kann es nicht einfach schnell holen. Dazu kommt, dass fast alles per Hubschrauber transportiert wird. Selbst schwere Maschinen wie beispielsweise der Bagger.

3. Wie hat sich dein Alltag seit Beginn der Bauarbeiten verändert?

Ich sorge vor allem für die Verpflegung der Bauarbeiter und ehrenamtlichen Helfer. Je nach Bauabschnitt waren bis zu 20 Personen oben. Die meisten übernachten auf der Hütte. Das heißt, ich kann mit der Zubereitung von Frühstück, Mittag- und Abendessen die Küche nicht mehr verlassen. Falls doch, dann bediene ich die Seilbahn.

Dann noch der viele Baulärm. Manchmal glaube ich, ich habe einen Gehörschaden.

4. Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Handwerkern und ehrenamtlichen Helfern?

Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten war gut und reibungslos. Klare Absprachen zwischen Handwerkern und Ehrenamtlichen haben das kollegiale Miteinander unterstützt.

5. Gab es einen Moment, in dem du besonders beeindruckt warst, wie alle gemeinsam angepackt haben?

Insbesondere die Elektriker haben immer und jedem geholfen. Alle haben sich gut verstanden, auch am Abend. Je länger die Baustelle lief, desto besser wurde die Zusammenarbeit. Sie haben sich immer gegenseitig gewerkeübergreifend geholfen.

6. Die Hütte hat immer mehr Gäste. Wo stößt der bisherige Betrieb an seine Grenzen?

Für 6.800 Übernachtungen und zusätzlich noch Tagesgäste ist die Küche zu klein und zu eng. Zu wenig Stellflächen bedeuten: kein Platz für die Vorbereitung. Wir bringen die Essen nicht mehr raus.

Im Gastraum ist der Platz fürs Frühstücksbuffet zu eng. Es bilden sich lange Schlangen, in denen Wartende und erfolgreiche Rückkehrer sich gegenseitig im Weg stehen.

Ein weiteres Problem sind die zu wenigen Toiletten.

7. Welche der neuen Räume und Veränderungen werden deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Alltag am meisten erleichtern?

Die größere Küche und die Erweiterung des Gastraums, in dem zukünftig alle Gäste Platz finden.

Wichtig ist auch, dass der Durchgang zum Wirtschaftsraum zukünftig nicht mehr durch den Schuh- und Trockenraum führt.

In der Küche können jetzt einzelne Arbeitsabläufe deutlich entzerrt werden.

8. Was werden die Gäste nach dem Umbau als Erstes bemerken – und welche Verbesserungen werden sie vielleicht erst auf den zweiten Blick entdecken?

Als Erstes werden die Gäste die Erweiterung des Speisesaals und die neue Terrasse bemerken. An zweiter Stelle stehen der Zugang und der Ablauf beim Frühstücksbuffet. Lange Schlangen wird es nicht mehr geben.

9. Worauf freust du dich ganz persönlich, wenn der Umbau abgeschlossen ist und der normale Hüttenbetrieb wieder beginnt?

Einfacheres Arbeiten für alle: Küche, Service und Reinigung.

10. Die Hanauer Hütte wird 2027 130 Jahre alt. Was wünschst du dir für ihre Zukunft?

Dass die Hütte weiterhin ein attraktives Ziel für Bergsteiger bleibt - und dass die Sektion auch weiterhin einen Vorstand hat, mit dem gemeinsam die Hütte erfolgreich betrieben werden kann.

 

Der Umbau der Hanauer Hütte schafft neue Räume und bessere Arbeitsabläufe. Doch damit die Hütte auch in Zukunft ein attraktives Ziel in den Lechtaler Alpen bleibt, braucht es mehr als eine moderne Ausstattung: Menschen, die sie mit Engagement bewirtschaften, und eine Sektion, die sie gemeinsam mit ihrem Hüttenpächter weiterentwickelt.

Vielen Dank, Werner und Manuel, für euren Einsatz auf der Baustelle und dafür, dass ihr uns einen Einblick in den Hüttenalltag während dieser besonderen Zeit gegeben habt!