© DAV Hanau/Vera Bodenburg

Hütten- und Bergerlebnis mal anders

24.09.2026

Dieser Artikel ist Teile einer Serie zum Hüttenumbau. Lesen Sie hier mehr.

Unser Arbeitseinsatz auf der Hanauer Hütte zu Beginn der Umbauarbeiten Mitte September 2026. Ein Blick auf die Bedingungen einer Baustelle im alpinen Gelände.

Mitte September starteten wir morgens bei schönstem Wetter Richtung Boden, um den Auftakt der Bauarbeiten an der Hanauer Hütte vorzubereiten und zu unterstützen. Wir hatten uns entschieden, schon am Samstag, also einen Tag früher als geplant, anzureisen und freuten uns auf eine ausgedehnte Bergtour am Sonntag. Der Beginn der Arbeiten sollte Montag sein, aber es kam anders als geplant. Auf der Hütte angekommen, gab es eine Lagebesprechung mit unserem Hüttenreferenten Stefan Schairer. Im Arbeitsteam dabei waren Silvia, Ewald, Klaus, Volker, Klemens und ich. Dazu kamen noch Thomas und Anette von der Zimmerei Christ, Jossgrund.

Es wurde schnell klar, dass einiges an Vorarbeiten zu leisten war, bevor die Bauarbeiter am Montag ihre Arbeit starteten. Also begannen wir Sonntagmorgen in verschiedenen Teams mit dem Ausräumen der vom Umbau betroffenen Zimmer und dem Abtragen der Terrasse. Mit einer Sammlung verschiedenster Schraubenzieher, Akkuschraubern und anderen Werkzeugen ausgestattet ging es den Zimmern an den Kern. Unglaublich – in einer Bettleiste waren vier verschiedene Schraubenarten verarbeitet. Die Werkzeuge wanderten hin und her, herausgebrochene Holzleisten wurden gleich aus dem Fenster nach unten vor die Hütte befördert. Die Terrasse löste sich zunehmend auf, das Arbeiterteam der Baufirma Hilti&Jele unterstützte bei den letzten massiven Planken am Folgetag.

Große Flugshow am Montagmorgen: Mit ca. 26 Flügen wurden Helfer und Material eingeflogen, das Gelände rund um die Hütte verwandelte sich vollends in eine Baustelle. Beeindruckend war die Präzision und Schnelligkeit des Hilti-Teams. Deren Azubi konnte sich beim Abbau der Wände im ersten Stock sowie beim Entkernen der Waschräume mal richtig austoben.

Völlig verstaubt bzw. voller Sägespäne beendeten wir den Tag und freuten uns über ein kräftiges Abendessen zur Stärkung. Bis zur Hüttenruhe um 23 Uhr wollte heute keiner aufbleiben.

 

Die Folgetage verbrachten wir mit der Entsorgung der Dämmung, Holzräumen, Sortieren, Sägen, Schutt ausräumen, nebenbei wurde noch der Weidezaun beim Wasserkraftwerk abgebaut. Das Fundament für den Vorbau und die neue Terrasse nahm derweil Gestalt an. Zwischenzeitlich musste das Wasser abgestellt werden, der Strom ebenfalls. Elektriker und Installateure verlegten neue Leitungen und wir stellten fest, dass es dadurch auch kein Wasser mehr, sondern nur noch alkoholfreies Bier zu trinken gab. Zum späten Nachmittag waren Strom und das wertvolle Nass wieder verfügbar, die Arbeiter hatten durch diese Maßnahmen auch erfolgreich die Küche lahmgelegt. Mittlerweile war die Existenz der Waschräume Geschichte. Wir teilten uns mit dem Bautrupp von acht Personen nun ein WC mit Waschbecken im ersten Stock, alternativ waren noch die WCs im Außenbereich verfügbar. Der Wecker des Bauleiters tönte morgens um 5:50 Uhr im Mehrbettzimmer neben uns und Azubi David sorgte mit lauten Schritten und Klopfen an den Türen dafür, dass keiner weiterschlief.

Hin und wieder verirrten sich noch einzelne Wanderer auf die Hütte und zogen aufgrund der Bauarbeiten ohne Einkehr wieder davon. Besonders freuten wir uns über den Besuch einer kleinen Gruppe Sektionsmitglieder aus Seligenstadt, die von der Steinseehütte aus eine Runde machten und kurz „Hallo“ sagen wollten.

Nach 5 ½ Tagen Baustellengeschehen machten wir uns Freitag auf den Abstieg und traten die Heimfahrt an. Es wurde viel in dieser Woche geleistet und wir konnten mit einem guten Gefühl nach Hause fahren. In der Folgewoche war das nächste Helferteam im Einsatz. Ein herzliches Dankeschön an Silvia, Ewald, Klaus, Volker, Klemens und Stefan für die sehr angenehme Zusammenarbeit und besonders an Werner, Manuel und Isabell für die fantastische Unterstützung und das sehr gute Essen.

Text und Bilder: Vera Bodenburg