© Sektion/Ralph Heßler

Zwischen Stahlseil und Sternenhimmel

Klettersteig-Schnupperkurs der Sektion Hanau auf der Hanauer Hütte, 23. bis 26. Juli 2026

20.08.2026

Eine steile Felswand, darüber strahlend blauer Himmel, dazwischen ein glänzendes Stahlseil – und die Frage, wie das mit dem Hochklettern wohl gehen sollte. Donnerstagnacht, mitten in der Dunkelheit, luden Ralph und Uwe sieben Teilnehmende der Sektion Hanau in den Bus. Ziel: Boden im Lechtal, von dort der Aufstieg zum Basislager der nächsten vier Tage – die Hanauer Hütte im Parzinngebiet der Lechtaler Alpen, umgeben von Parzinn-, Gufel-, Kogel- und Steinsee. Sieben Teilnehmende, zwei Kursleiter, drei Nächte, ein gemeinsames Ziel: der erste eigene Klettersteig. 

Auch Ivonne nahm vor allem die Bewegung am Fels mit: Dritte Hand, Seilbrücke und pures Felsklettern, dazu fantastische Ausblicke – Schritt für Schritt wuchs sie über sich hinaus und meisterte die Herausforderungen des Schnupperkurses. Dass dieser Fortschritt in einer Gruppe gelang, die von der ersten Minute an zusammenhielt, betonten alle unabhängig voneinander: Jeder konnte sich jederzeit auf die anderen verlassen. Merle brachte es so auf den Punkt: „Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft, der Umgang miteinander haben absolut gepasst. Es lohnt sich halt doch, auch mal seine Komfortzone zu verlassen und etwas ganz Neues zu wagen.“ 
 
Geschlafen wurde zwei Nächte im 7er-Bettenlager – ein Erlebnis für sich, wie Ivonne mit einem Schmunzeln berichtete  „Ein besonderes Dankeschön an unsere Männer, die tapfer die oberen Schlafplätze übernommen haben – inclusive Klettereinlage über die Leiter.“ Geschnarcht wurde erstaunlich wenig, dafür umso mehr über den famosen Kaiserschmarrn von Hüttenwirtin Petra und Hüttenwirt Manu gesprochen, der nach den Klettertagen für neue Energie sorgte. Ohnehin war auf der Hütte einiges los: Am Donnerstag war noch eine Gruppe des österreichischen Bundesheeres vor Ort, die dort ihre Ausbildung zum Heeresbergführer abschloss – ein Blick hinter die Kulissen des professionellen Bergsports, der die Gruppe zusätzlich beeindruckte. 
 
Getragen wurde das ganze Wochenende von der Sicherheit, die Ralph und Uwe vermittelten. Ob am Fels, auf der Seilbrücke oder im Umgang mit kleinen und großen Herausforderungen abseits des Klettersteigs – bei den beiden Kursleitern fühlte sich die Gruppe jederzeit bestens aufgehoben und betreut. Bessere Lehrgangsleiter, da waren sich alle einig, hätte man sich für diesen ersten Schritt in die Welt der Klettersteige kaum wünschen können. 

Am Ende überwog bei allen ein Gefühl: Dankbarkeit – für die Betreuung durch Ralph und Uwe, für vier Tage abseits der Komfortzone und für eine Gruppe, die in dieser Zeit spürbar zusammengewachsen war. „Bei den Erinnerungen steht mir noch immer das breite Grinsen im Gesicht“, schrieb Merle – und traf damit wohl die Stimmung aller Teilnehmenden. Der Hanauer Hütte galt der Dank für vier Tage, die aus Schnupperkurs-Neulingen "Kleine Klettersteiggeher" gemacht hatten.