© Greg Rakozy

Hinter den Kulissen der Sicherheit

Ralph Heßler - unser PSA-Referent

15.09.2026

Sicherheit im Bergsport ist kein Zufallsprodukt. 

Sie entsteht dort, wo Wissen, Erfahrung und verlässliche Ausrüstung zusammenkommen – Ausrüstung, die funktioniert, keine sicherheitsrelevanten Schäden aufweist und nicht über ihre Lebensdauer hinaus genutzt wird. Genau an dieser Schnittstelle beginnt die Arbeit mit der Persönlichen Schutzausrüstung, kurz PSA: Klettergurte, Helme, Karabiner, Seile und all jene Materialien, die uns im Gelände wie in der Halle vor Absturz und Verletzung bewahren.

Doch Ausrüstung bleibt nur so sicher, wie sie geprüft wird. Es braucht jemanden, der hinschaut, dokumentiert, nachfragt, aussortiert – und den Überblick über hunderte Teile behält. In der Sektion Hanau ist das Ralph Heßler. Der 57‑Jährige, seit fast zehn Jahren Mitglied im DAV Hanau und seit zwei Jahren PSA‑Referent, arbeitet meist abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit. Seine Aufgabe ist unscheinbar, aber für die Sicherheit aller Mitglieder sehr wichtig.

Neben seiner Aufgabe als PSA‑Referent trägt Ralph Heßler seit rund drei Jahren eine weitere Verantwortung, die weit über den Vereinsalltag hinausreicht: Er ist Klettersteigreferent und damit zuständig für die Sicherheit der Klettersteige rund um die Hanauer Hütte in den Lechtaler Alpen.

Dazu gehören regelmäßige Kontrollen, die Dokumentation des Zustands der Sicherungen sowie die Abstimmung mit dem Hüttenpächter, dem Vorstand des DAV Hanau und den zuständigen Sicherheitsprüfern, um notwendige Reparaturen oder Erneuerungen zu veranlassen. Sein technisches Verständnis und seine Erfahrung im alpinen Gelände sind dabei von großer Bedeutung.

Seine Begeisterung für die Berge begleitet ihn schon seit seiner Jugend: Damals wanderte er von Jugendherberge zu Jugendherberge, stets mit Rucksack und viel Freude an der Bewegung. Später zog es ihn mit Kollegen in die Alpen – und irgendwann war klar, dass der DAV Hanau der richtige Ort für ihn ist. Heute engagiert er sich dort nicht nur als Mitglied, sondern auch als Wanderleiter.

Am DAV schätzt Ralph besonders das gemeinsame Erleben und das Gefühl, im Team etwas zu erreichen. Diese Haltung spiegelt sich auch in seinem Beruf als Aktienhändler wider, in dem Zusammenarbeit und entschlossene Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen.

Abseits von Beruf und Ehrenamt liebt er alles, was mit Bewegung und Natur zu tun hat. Sport und Outdooraktivitäten gehören für ihn genauso dazu wie Livemusik. Ralph geht leidenschaftlich gern auf Konzerte. Und wenn er mal nicht in den Bergen oder vor einer Bühne steht, findet man ihn vielleicht an seinem alten VW Käfer, den er mit großer Freude pflegt.

Seine liebsten Touren führen ihn immer wieder in den Wilden Kaiser und in die Dolomiten. Besonders bedeutsam sind für ihn die Momente, in denen man gemeinsam den Gipfel erreicht oder am Abend im Etappenziel zusammensitzt, den Tag reflektiert und das Erlebte teilt. Sein Tipp: Einfach machen, mutig ausprobieren und die eigenen Grenzen verschieben.

Ein einzelnes herausragendes PSA‑Erlebnis fällt ihm nicht ein – aber eine Erkenntnis hat ihn geprägt: Schon eine ein Zentimeter breite Bandschlinge kann einen Kletterer sicher halten. Diese Mischung aus Minimalismus und maximaler Sicherheit hat ihn schon immer fasziniert. Vom Hallenklettern über alpine Touren bis zu Hochtouren hat er erlebt, wie durchdacht Ausrüstung funktioniert und wie präzise die Komponenten zusammenwirken, etwa bei der Spaltenbergung. Ebenso spannend findet er die kontinuierliche Weiterentwicklung von Materialien und Konstruktionen. Für ihn macht genau diese Verbindung aus bewährter Technik und Innovation den Reiz von PSA aus

Als PSA‑Referent kümmert sich Ralph um alles, was im Vereinskontext mit persönlicher Schutzausrüstung zu tun hat – sei es das Material in der Halle, im Turm oder die Ausrüstung, die für Kurse ausgeliehen wird. Dazu gehören Helme, Gurte, Seile, Karabiner, Sicherungsgeräte und vieles mehr. Seine Aufgaben sind vielfältig und geprägt von einem großen Interesse an der Technik hinter all diesen Materialien.

Regelmäßige Prüfungen
Unser sicherheitsrelevantes Vereinsmaterial wird nach klaren Vorgaben kontrolliert – von der Sichtprüfung bis zur Funktionskontrolle. So wird sichergestellt, dass nur einwandfreie Ausrüstung im Umlauf ist.


Dokumentation und Nachverfolgung
Jedes sicherheitsrelevante Ausrüstungsteil hat eine begrenzte Lebensdauer. Darauf achtet der PSA‑Referent. Er führt Prüfprotokolle, Seriennummernlisten und Austauschzyklen, damit kein Material länger genutzt wird, als es sicher ist.


Beratung für Kurs- und Tourenleitende
Ralph unterstützt unsere Jugendleiterinnen, Fachübungsleiterinnen und Tourenleiterinnen bei Fragen zur Ausrüstung, gibt Empfehlungen und informiert über Normen und Einsatzbereiche.


Warum ist die Prüfung der eigenen Ausrüstung so wichtig?

Jede*r von uns trägt Verantwortung für die eigene Ausrüstung, auch wenn diese ausgeliehen ist. Viele Schäden entstehen schleichend und bleiben lange unbemerkt – bis sie im entscheidenden Moment zum Problem werden.

 

Typische Risiken:

  • Alterung und Materialermüdung
    Textile Materialien wie Seile oder Gurte altern durch UV‑Strahlung, Abrieb und Stürze.
  • Mechanische Schäden
    Kerben, Risse oder scharfe Kanten an Karabinern und Sicherungsgeräten können die Festigkeit massiv beeinträchtigen.
  • Feuchtigkeit und Verschmutzung
    Sand, Salz oder Feuchtigkeit können Mechaniken blockieren oder Materialien schwächen.
  • Überalterung trotz „gutem Aussehen“
    Auch wenn ein Gurt äußerlich in Ordnung wirkt, kann er nach zehn Jahren laut Herstellerangaben nicht mehr sicher sein.
  • Rückrufaktionen durch die Hersteller
    Bitte darauf achten, welche Rückrufe der verschiedenen Hersteller zur Zeit bestehen und kontrollieren, ob die eigene Ausrüstung betroffen ist. Der DAV unterhält für die gesammelten Rückrufe eine extra Seite: https://www.alpenverein.de/thema/ausruestung?tags%5b%5d=rueckrufe-warnhinweise

 

Welche Punkte sollte jede*r regelmäßig an der eigenen Ausrüstung prüfen – zusätzlich zum Alter?

  • Helm: Risse, Dellen, beschädigte Riemen
  • Klettergurt: Abrieb, Schnallenfunktion, Nähte
  • Klettersteigset: Unversehrtheit des Bandfalldämpfers, Gurte, Nähte, Karabiner
  • Seil: Mantelbeschädigung, Verhärtungen, Kernschäden
  • Karabiner: Leichtgängigkeit, Verschlussfunktion, Kerben/Abrieb
  • Schlingen: Schnitte, Abrieb, Verfärbung
  • Sicherungsgeräte: Abnutzung, scharfe Kanten
     

Ralph sorgt dafür, dass unser Vereinsmaterial sicher bleibt – und schafft damit die Grundlage für unbeschwerte Kurse, Touren und Klettertage. Doch Sicherheit beginnt bei jedem Einzelnen. Wer seine eigene Ausrüstung regelmäßig prüft, pflegt und verantwortungsvoll nutzt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Seilpartner*innen.

 

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie sich das Herstellungsjahr bestimmen lässt oder wie lange die jeweiligen Ausrüstungsgegenstände verwendet werden sollten, findet auf den Herstellerseiten oder über den Link: Ausrüstung altert- was DAV Mitglieder wissen sollten weiterführende Informationen zur Prüfung der eigenen Ausrüstung.